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Category: Technik & Ausstattung

Technik, Ausstattung, Wartung und Zubehör für Reisemobil und Caravan.

  • Wohnmobil-Toilette: Kassette oder Trenntoilette?

    Wohnmobil-Toilette: Kassette oder Trenntoilette?

    Technik & Ausstattung

    Wohnmobil-Toilette: Kassette oder Trenntoilette?

    Die Wohnmobil-Toilette ist eines der wichtigsten Komfortelemente im Reisemobil – und die Wahl des richtigen Systems entscheidet über Gerüche, Entsorgungsaufwand und Umweltverträglichkeit. Wir erklären die Unterschiede zwischen Kassettentoilette, Trenntoilette und Chemietoilette praxisnah und helfen dir bei der Entscheidung.

    Unabhängige Beratung Praxiserfahrung Alle Toilettentypen im Vergleich

    Wohnmobil-Toilette im Überblick: Welche Typen gibt es?

    Wer ein Wohnmobil kauft oder ausstattet, steht früher oder später vor der Frage: Welche Wohnmobil-Toilette passt am besten zu meinem Reisestil? Auf dem Markt haben sich drei Hauptsysteme etabliert: die klassische Kassettentoilette (auch C-Cassette oder Swivel-Toilet), die moderne Trenntoilette (Trockentrenntoilette) und die ältere Chemietoilette im tragbaren Format. Jedes System hat eigene Stärken bei Entsorgung, Geruch, Platzbedarf und Kosten.

    Für alle Technik- und Ausstattungsthemen rund ums Reisemobil gilt: Das beste System ist das, das zu deiner Reiseart passt. Wer vorwiegend Campingplätze ansteuert, hat andere Bedürfnisse als jemand, der autark auf Stellplätzen ohne Ver- und Entsorgung unterwegs ist.

    Die Kassettentoilette: Standard in fast jedem Reisemobil

    Funktionsweise

    Die Kassettentoilette ist in Wohnmobilen die am weitesten verbreitete Lösung. Sie besteht aus einem fest eingebauten Toilettenoberteil und einem herausnehmbaren Fäkalientank (der „Kassette”) mit einem Fassungsvermögen von typischerweise 17 bis 21 Litern. Beim Spülen wird Wasser aus einem separaten Frischwassertank (meist 10–12 Liter) und ein Sanitärzusatz verwendet, der Gerüche neutralisiert und den Abbau der Fäkalien unterstützt.

    Die Kassette selbst sitzt hinter einer Außenluke – sie lässt sich von außen entnehmen und zum Entsorgungspunkt tragen, ohne dass das Fahrzeuginnere betreten werden muss. Ein Auslassventil am Tank verhindert Gerüche im Normalbetrieb.

    Entsorgung der Kassettentoilette

    Entsorgt wird der Kassetteninhalt an speziellen Entsorgungsstationen auf Campingplätzen oder an ausgewiesenen Wohnmobilstellplätzen. Viele Stellplatz-Apps zeigen die Verfügbarkeit solcher Stationen direkt an. Der Tank wird einfach ausgekippt und mit Wasser ausgespült. Wichtig: chemische Kassetten-Zusätze dürfen nicht in die normale Kanalisation eingeleitet werden – nur in zugelassene Sammelgruben oder Entsorgungsautomaten.

    Sanitärzusätze: Chemisch oder Bio?

    Traditionelle Zusätze wie Thetford Aqua Kem oder Dometic Blue enthalten Formaldehyd-freie, aber dennoch biozide Wirkstoffe. Als umweltfreundlichere Alternative gibt es biologisch abbaubare Produkte auf Enzym- oder Pflanzenbasis (z. B. Thetford Aqua Kem Green, Campa Bio). Diese sind an vielen Entsorgungsstationen ausdrücklich erlaubt, ohne Einschränkungen. Wer ganz auf Chemie verzichten möchte, wechselt zur Trenntoilette.

    Die Trenntoilette: Natürlich, geruchsarm, chemikalienfreiemit

    Funktionsweise der Trockentrenntoilette

    Die Trenntoilette – auch Trockentrenntoilette oder Komposttoilette – trennt Urin und Feststoffe schon beim Eintritt. Diese Trennung ist entscheidend: Fäulnis und Geruch entstehen erst, wenn beides zusammentrifft. Im Urinbehälter (1,5–3 Liter) sammelt sich die Flüssigkeit, im Feststoffbehälter (meist 8–15 Liter) landen die festen Ausscheidungen, oft mit einer Schicht Kokoserde, Sägemehl oder Terra Preta abgedeckt.

    Bekannte Modelle auf dem Markt sind Kildwick, Nature’s Head, Separett Villa, OGO Compost Toilet und Sun-Mar. Preislich liegen Trenntoiletten je nach Modell und Ausstattung zwischen ca. 400 und 1.500 Euro.

    Entsorgung der Trenntoilette

    Urin kann nach entsprechender Verdünnung auf geeigneten Flächen entsorgt werden oder in die Toilette gegossen werden, wenn eine Kanalisation vorhanden ist. Feststoffe sind nach einigen Wochen zu trockenem, nahezu geruchlosem Material kompostiert und können – je nach lokalem Recht – im Hausmüll oder auf dem Kompost landen. Das macht die Trenntoilette ideal für autarkes Reisen ohne Abhängigkeit von Entsorgungsstationen.

    Benötigt die Trenntoilette Strom oder Wasser?

    Viele Modelle sind vollständig stromlos – manche haben jedoch einen kleinen 12-V-Lüfter, der Gerüche nach außen ableitet. Wasser wird für die Spülung nicht benötigt, was auf autarken Stellplätzen ohne Stromversorgung ein großer Vorteil ist. Eine Verbindung nach außen (Lüftungsschlauch, 32 mm Durchmesser) ist bei Modellen mit Aktivlüftung erforderlich.

    Vergleich: Kassettentoilette vs. Trenntoilette auf einen Blick

    Merkmal Kassettentoilette Trenntoilette Chemietoilette (tragbar)
    Einbau Fest verbaut, Außenluke Frei stehend oder eingebaut Tragbar, kein Einbau nötig
    Wasserverbrauch Ca. 0,5–1 l pro Spülung Kein Wasser nötig Ca. 0,5 l pro Spülung
    Chemie nötig? Ja (oder Bio-Zusatz) Nein Ja (meist obligatorisch)
    Geruchskontrolle Gut (mit Zusatz) Sehr gut (durch Trennung) Mittel bis gut
    Entsorgung Nur an Entsorgungspunkten Flexibel, ggf. Hausmüll Nur an Entsorgungspunkten
    Umweltfreundlichkeit Mittel (Bio möglich) Sehr hoch Gering
    Kosten (einmalig) Im Fahrzeug inklusive ca. 400–1.500 € ca. 50–150 €
    Nachrüstung Gut möglich Jederzeit
    Tankgröße 17–21 Liter 8–15 Liter (Feststoff) 12–18 Liter
    Strom Nicht nötig Optional (Lüfter 12 V) Nicht nötig

    Die drei Toilettentypen im Detail

    Eigenschaften, Vor- und Nachteile auf einen Blick

    🚽
    Klassiker

    Kassettentoilette

    Der Serienstandard in fast allen Wohnmobilen. Bewährte Technik, einfache Bedienung, breites Netz an Entsorgungsstellen. Ideal für Campingplatz-Reisende.

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    🌿
    Umweltfreundlich

    Trenntoilette

    Ohne Chemie, ohne Wasser, nahezu geruchlos. Perfekt für Wildcamper und Autark-Fahrer. Nachrüstbar in fast jeden Grundriss. Langfristig günstiger Betrieb.

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    🧴
    Einstiegslösung

    Chemietoilette (tragbar)

    Günstig, flexibel einsetzbar, keine feste Installation nötig. Geeignet als Übergangslösung oder Zweit-WC im Kastenwagen. Umweltbelastend durch Biozide.

    Zur Kaufberatung →

    Umrüstung: Von der Kassettentoilette zur Trenntoilette

    Viele Wohnmobilisten möchten nachträglich von der Kassettentoilette auf eine Trenntoilette umrüsten – aus Umweltgründen, wegen des Geruchs oder weil Entsorgungsstationen im Reiseziel selten sind. Die gute Nachricht: Eine Umrüstung ist in vielen Fällen ohne großen baulichen Aufwand möglich.

    Schritt-für-Schritt zur Trenntoilette

    Platzbedarf prüfen

    Trenntoiletten brauchen etwas mehr Höhe (ca. 40–55 cm) und seitlich Platz für die Entleerung. Maße des Modells vorab mit dem vorhandenen WC-Raum vergleichen.

    Lüftungsanschluss

    Für Modelle mit aktivem Lüfter: 32-mm-Loch nach außen bohren und Lüftungsschlauch verlegen. Bei stromlosen Modellen entfällt dieser Schritt.

    Alte Kassette ausbauen

    Kassettentoilette vollständig entfernen. Die Außenluke bleibt – sie kann verschlossen oder für andere Zwecke genutzt werden (z. B. Kabelzuführung, Stauraum).

    Trenntoilette einsetzen

    Trenntoilette positionieren und befestigen. Urinanschluss optional (manche Modelle erlauben externe Entleerung des Urinbehälters ohne Ausbau des Tanks).

    Beim Kauf eines Gebrauchtfahrzeugs lohnt sich eine genaue Prüfung des vorhandenen WC-Systems – unsere Kaufberatung gibt ausführliche Hinweise dazu.

    Gerüche in der Wohnmobil-Toilette: Ursachen und Lösungen

    Geruchsprobleme sind der häufigste Kritikpunkt bei der Kassettentoilette. Ursachen sind meist:

    • Zu geringer Einsatz oder falsche Dosierung des Sanitärzusatzes
    • Defekte Dichtungen am Auslassventil oder Spülkopf
    • Zu selten geleerte Kassette (Faulung bei Wärme)
    • Fehlende Belüftung des WC-Raums

    Bei der Trenntoilette sind Gerüche durch die physische Trennung von Urin und Feststoffen strukturell weitgehend ausgeschlossen. Ein aktiver Lüfter leitet entstehende Restgerüche zuverlässig nach draußen. Auch die Verwendung von Kokoserde oder Aktivkohle im Feststoffbehälter wirkt geruchsbindend.

    Hinweis: Starke Gerüche trotz korrekter Dosierung können auf defekte Dichtungen hinweisen. Im Zweifel sollte ein Fachbetrieb die Dichtheit prüfen.

    Pflege und Reinigung der Wohnmobil-Toilette

    Kassettentoilette reinigen

    Nach jeder Entleerung sollte die Kassette gründlich mit Wasser ausgespült werden. Kalkablagerungen im Inneren lassen sich mit Zitronensäure oder speziellen Reinigern (z. B. Thetford Tank Cleaner) entfernen. Dichtungen regelmäßig mit Toilettenöl (z. B. Sanit-Dichtungsöl) behandeln – das verlängert die Lebensdauer erheblich. Den Spülkopf und die Sitzfläche mit milden, kunststoffverträglichen Reinigern säubern.

    Trenntoilette pflegen

    Der Urinbehälter wird nach jedem Entleeren mit etwas Wasser ausgespült; ein Schuss Essig verhindert Kalkbelag. Der Feststoffbehälter benötigt kaum Reinigung – nach vollständiger Entleerung den Behälter bei Bedarf mit einem feuchten Tuch auswischen. Die Trenneinsatz-Folie (sofern vorhanden) vor jeder Nutzung erneuern. Weitere Tipps und passendes Zubehör für die Pflege findest du in unserem Zubehör-Bereich.

    Sanitärzusätze: Chemisch vs. biologisch abbaubar

    Wer mit der Kassettentoilette reist, kommt um Sanitärzusätze nicht herum. Die Wahl zwischen chemischen und biologischen Produkten beeinflusst Umweltverträglichkeit und Entsorgungsoptionen:

    • Chemische Zusätze (z. B. Thetford Aqua Kem Blue, Dometic Blue Agent): Starke Geruchsunterdrückung, lange Haltbarkeit im Tank, günstig im Einkauf. Nur an zugelassenen Entsorgungspunkten entsorgen.
    • Bio-Zusätze (z. B. Thetford Aqua Kem Green, Campa Bio, Berger Camping Bio): Auf Enzym- oder Pflanzenbasis, biologisch abbaubar, überall entsorgbar wo es die lokale Regelung erlaubt. Etwas teurer, vergleichbare Wirkung.
    • Wasserlösliche Tabs: Praktische Alternative zu Flüssigprodukten, reduzieren Plastikmüll durch konzentrierte Portionspackungen.

    Für das autarke Reisen empfehlen sich Bio-Zusätze oder der Wechsel zur Trenntoilette, um unabhängig von Entsorgungsinfrastruktur zu bleiben. Mehr zu autarkem Camping erfährst du in unserem Artikel über autarke Stromversorgung im Wohnmobil.

    Häufige Fragen zur Wohnmobil-Toilette

    Die wichtigsten Antworten für Einsteiger und Umrüster

    Wie oft muss die Kassette der Kassettentoilette geleert werden?
    Das hängt von der Tankgröße (17–21 Liter), der Reisepartneranzahl und dem Nutzungsverhalten ab. Grob gilt: Bei einem 2-Personen-Haushalt reicht eine 19-Liter-Kassette bei normaler Nutzung etwa 3–5 Tage. Bei Wärme sollte die Kassette häufiger geleert werden, da Fäulnis und Geruch bei höheren Temperaturen schneller entstehen.
    Kann ich eine Trenntoilette in jedes Wohnmobil einbauen?
    In den meisten Fällen ja. Voraussetzung ist ausreichend Platz im WC-Raum (Höhe mind. 42–55 cm je nach Modell) und bei Lüftermodellen eine Möglichkeit zur Durchführung eines dünnen Lüftungsschlauchs (32 mm) nach außen. Viele Kastenwagen-Camper und Selbstausbauer setzen Trenntoiletten als Primärsystem ein. Eine Beratung durch einen Fachbetrieb ist empfehlenswert.
    Darf ich Wohnmobil-Abwasser einfach in die Kanalisation kippen?
    Grauwasser (Spülwasser aus Küche und Dusche) darf in Deutschland in die Kanalisation eingeleitet werden, wenn eine entsprechende Entsorgungsstation vorhanden ist. Schwarzwasser (Kassetteninhalt) hingegen muss an dafür vorgesehene Entsorgungspunkte. Das Einleiten in normale Gullys oder auf die Straße ist verboten und kann mit Bußgeldern geahndet werden. Bio-Zusätze erlauben an manchen Stellplätzen eine einfachere Entsorgung – Details immer vor Ort erfragen.
    Stinkt die Trenntoilette trotz Trennung?
    Nein – wenn sie korrekt benutzt wird. Die Trennung von Urin und Feststoffen verhindert den Fäulnisprozess, der Gerüche erzeugt. Urin selbst ist frisch nahezu geruchlos. Modelle mit aktivem Lüfter leiten Restluft nach außen ab. Wichtig: Immer erst Kokoserde oder Sägespäne im Feststoffbehälter bereitstellen und nach jeder Nutzung etwas Streumaterial hinzufügen.
    Welche Trenntoilette eignet sich am besten für Einsteiger?
    Für Einsteiger empfehlen sich kompakte Modelle mit einfacher Bedienung wie die Kildwick EasyLoo oder die OGO Compost Toilet. Letztere hat einen elektrisch betriebenen Rührer im Feststoffbehälter, der den Kompostierungsprozess beschleunigt. Wer ganz ohne Strom auskommt, greift zu Kildwick oder Nature’s Head. Beim Kauf auf Fassungsvermögen, Montagemaße und Lüftungsanforderungen achten.

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  • Wohnmobil-Heizung im Vergleich: Gas, Diesel oder Elektro?

    Wohnmobil-Heizung im Vergleich: Gas, Diesel oder Elektro?

    Technik & Ausstattung

    Wohnmobil-Heizung im Vergleich: Gas, Diesel oder Elektro?

    Die richtige Wohnmobil-Heizung entscheidet darüber, ob der Winterurlaub zur Wohlfühloase oder zur Zitterpartie wird. Wir zeigen, welche Heizungsart zu Ihrem Reisestil passt – mit allen Vor- und Nachteilen, Verbrauchswerten und Kostenangaben als Orientierung.

    Unabhängige Beratung Alle Heizungsarten Praxiswissen Wintertauglichkeit

    Wohnmobil-Heizung: Warum die Wahl entscheidend ist

    Wer mit dem Wohnmobil in die kühlere Jahreszeit aufbricht, stellt schnell fest: Eine zuverlässige Wohnmobil-Heizung ist kein Luxus, sondern Grundausstattung. Ob Frühjahrscamping in den Alpen, Herbsttour durch Skandinavien oder echter Winterurlaub auf dem Stellplatz – die Heizungsanlage bestimmt maßgeblich den Komfort und die Sicherheit an Bord.

    Moderne Wohnmobile werden mit drei grundlegend verschiedenen Heizungskonzepten ausgeliefert oder nachgerüstet: Gasheizung, Dieselheizung und elektrische Heizung. Hinzu kommen Kombinationsgeräte, die gleichzeitig Warmwasser bereiten, sowie Fußbodenheizungen als komfortabler Zusatz. Jede Variante hat ihre Berechtigung – je nach Reiseziel, Fahrzeugkonzept und persönlichen Vorlieben.

    In diesem Ratgeber finden Sie einen vollständigen Vergleich aller gängigen Heizungsarten, praxisnahe Verbrauchsangaben, Hinweise zur Wartung und Sicherheit sowie eine übersichtliche Vergleichstabelle. Am Ende wissen Sie, welche Lösung für Ihr Vollintegriertes Wohnmobil, Ihren Kastenwagen oder Teilintegrierten am besten geeignet ist.

    Die fünf wichtigsten Heizungsarten im Überblick

    Von der klassischen Gasheizung bis zur modernen Fußbodenheizung – hier sind alle relevanten Systeme auf einen Blick.

    🔥
    Klassiker

    Gasheizung (z. B. Truma Combi)

    Die meistverbreitete Lösung im Wohnmobil. Geräte wie die Truma Combi 4/6 heizen Innenraum und Warmwasser gleichzeitig, sind leise und schnell warm. Betrieb mit Flüssiggas (Propan/Butan) aus der fahrzeugeigenen Gasanlage.

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    Standheizung

    Dieselheizung (z. B. Webasto / Eberspächer)

    Nutzt den Fahrzeugdiesel aus dem Tank – ideal für Reisen in Länder mit Gasflaschenrestriktionen (z. B. Fähren, Tunnel, Skandinavien). Sehr wintertauglich, wartungsintensiver als Gas.

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    💧
    Komfort-Kombination

    Warmwasser-Kombigerät

    Heizung und Boiler in einem Gerät – spart Platz und Gewicht. Typisch sind Truma Combi oder Alde Warmwassersysteme. Alde arbeitet mit Flüssigkeit (Glykol) statt Luft und sorgt für besonders gleichmäßige Wärme.

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    Strom-Camping

    Elektro-Zuheizer

    Günstig in der Anschaffung, emissionsfrei im Betrieb – aber vollständig vom Landstromanschluss abhängig. Geeignet als Ergänzung auf Stellplätzen mit 230-V-Versorgung, nicht als alleinige Lösung für freies Stehen.

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    🏠
    Zusatzkomfort

    Fußbodenheizung

    Meist als Ergänzung zu einer Gas- oder Dieselheizung installiert. Wärmt den Boden gleichmäßig und verhindert kalte Füße. Bei Warmwassersystemen (Alde) oft serienmäßig, bei Luftheizungen per Nachrüst-Kit möglich.

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    🌬️
    System-Typen

    Luft- vs. Warmwasserheizung

    Luftheizungen (Truma, Webasto Air) verteilen warme Luft per Gebläse – schnell, günstig, leicht. Warmwasserheizungen (Alde, Truma Combi mit Heizkreis) sind leiser, gleichmäßiger und kombinieren sich einfacher mit Fußbodenheizung.

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    Heizungsvergleich: Gas vs. Diesel vs. Elektro – Tabelle

    Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Kriterien zusammen. Alle Preisangaben sind Richtwerte zur Orientierung – die tatsächlichen Kosten hängen von Modell, Einbau und Energiepreisen ab.

    Kriterium Gasheizung Dieselheizung Elektro-Zuheizer
    Energiequelle LPG (Propan/Butan) Dieselkraftstoff 230 V Landstrom
    Verbrauch (Richtwert) ca. 200–400 g/h Gas ca. 0,2–0,5 l/h Diesel 1–2 kW Dauerleistung
    Anschaffungskosten (Richtwert) ab ca. 800 € (Gerät) ab ca. 1.200 € (Gerät) ab ca. 80 € (Lüfter/Konvektor)
    Einbaukosten mittel hoch (Kraftstoffleitung) gering (Stecker)
    Wintertauglichkeit sehr gut sehr gut (bis −40 °C) nur mit Landstrom
    Freies Stehen möglich? Ja Ja Nein
    Lautstärke leise (Brenner hörbar) leiser Standheizungsbrumm sehr leise / lautlos
    Wartungsaufwand gering (jährliche Prüfung) mittel (Düsenreinigung) sehr gering
    Sicherheitsanforderungen Gasanlage §12 DVGW, CO-Melder CO-Melder empfohlen FI-Schutzschalter
    Kombinierbar mit Warmwasser? Ja (Kombi-Gerät) Ja (z. B. Webasto Dual Top) nur mit separatem Boiler
    Fähren / Tunnel erlaubt? Gasflasche muss abgesperrt werden kein Problem kein Problem

    Verbrauch und Kosten im Detail

    Gasheizung: Verbrauch und Betriebskosten

    Eine typische Gasheizung wie die Truma Combi 4 (4 kW Heizleistung) verbraucht bei mittlerer Last rund 200–350 Gramm Flüssiggas pro Stunde. Eine 11-kg-Propangasflasche reicht so für ca. 30–50 Stunden Heizbetrieb – je nach Außentemperatur und Isolierung des Fahrzeugs. Rechnet man mit einem Gaspreis von ca. 1,50–2,50 € pro Kilogramm (Richtwert, marktabhängig), ergeben sich Betriebskosten von rund 0,30–0,90 € pro Stunde als Orientierung.

    Wichtig: Propangas hat gegenüber Butan den Vorteil, dass es auch bei Minustemperaturen verdampft. Für den Wintereinsatz sollte die Gasanlage ausschließlich mit Propan betrieben werden.

    Dieselheizung: Verbrauch und Betriebskosten

    Dieselstandheizungen wie Webasto Thermo Top Evo oder Eberspächer Airtronic verbrauchen je nach Leistungsstufe ca. 0,15–0,5 Liter Diesel pro Stunde. Bei einem angenommenen Dieselpreis von rund 1,60–1,80 € pro Liter (Richtwert) entstehen Kosten von ungefähr 0,25–0,90 € pro Stunde. Der entscheidende Vorteil: Der Kraftstoff ist bereits im Fahrzeugtank vorhanden – keine schweren Gasflaschen schleppen, keine Füllung unterwegs organisieren.

    Elektro-Zuheizer: Verbrauch und Betriebskosten

    Elektrische Heizungen und Konvektoren ziehen typischerweise 1.000–2.000 Watt aus der Steckdose. Bei 0,30–0,40 € je kWh Landstrom (Campingplatz, Richtwert) ergeben sich Kosten von ca. 0,30–0,80 € pro Stunde. Klingt ähnlich wie Gas oder Diesel – aber der große Unterschied ist die absolute Abhängigkeit von einer 230-V-Versorgung. Ohne Landstrom funktioniert diese Lösung nicht.

    Luft- vs. Warmwasserheizung: Was ist effizienter?

    Luftheizungen erwärmen den Innenraum schnell, sind leicht und günstig in der Anschaffung. Sie verteilen die Wärme über Ausströmöffnungen und sind besonders gut für kompakte Fahrzeuge (Kastenwagen, kurze Teilintegrierte) geeignet.

    Warmwasserheizungen (z. B. Alde Compact 3020) sind aufwendiger im Einbau, bieten aber eine deutlich gleichmäßigere Wärmeverteilung, sind leiser im Betrieb und lassen sich problemlos mit einer Fußbodenheizung kombinieren. Sie sind die erste Wahl für größere Fahrzeuge wie Vollintegrierte und für Dauercamper.

    Wintertauglichkeit: Welche Heizung hält auch bei −20 °C stand?

    Nicht jede Heizung ist gleich gut für den echten Wintereinsatz gerüstet. Hier sind die wichtigsten Punkte:

    Gasheizung im Winter

    Gasheizungen funktionieren bei entsprechender Propanfüllung bis weit unter Null. Kritisch wird es, wenn Butangas verwendet wird – dieses verdampft bei Temperaturen unter ca. −2 °C kaum noch. Außerdem muss die Gasanlage regelmäßig auf Dichtheit geprüft werden. Weitere Infos zur Gasanlage-Prüfung finden Sie in unserem Ratgeber.

    Dieselheizung im Winter

    Dieselheizungen gelten als die robusteste Lösung für Temperaturen bis −40 °C. Da kein separater Energiespeicher nötig ist und Diesel auch im Winter problemlos verfügbar bleibt, sind Webasto- und Eberspächer-Heizungen bei Skandinavienreisenden und Wintercampern besonders beliebt. Einzige Einschränkung: Bei sehr altem Diesel (langer Standzeit) kann es zu Ablagerungen kommen, die die Düse verstopfen.

    Elektro-Heizung im Winter

    Elektro-Zuheizer sind im Winter nur auf Stellplätzen mit stabiler 230-V-Versorgung sinnvoll. Für freies Stehen oder Wildcampen scheiden sie als alleinige Heizlösung aus. Als Ergänzung zu Gas oder Diesel – etwa zum Aufheizen, wenn Landstrom verfügbar ist – können sie Energiekosten senken.

    Wohnmobil-Isolierung: Der unterschätzte Faktor

    Selbst die stärkste Heizung verliert gegen eine schlechte Dämmung. Achten Sie beim Kauf auf die Wintertauglichkeitsklasse (von Basis bis Alpine/Arktis), gut isolierte Doppelboden-Konstruktionen und isolierte Dachluken. In unserem Kaufberatungs-Ratgeber gehen wir darauf detailliert ein.

    Wartung und Sicherheit: Was Sie unbedingt beachten müssen

    Gasheizung: Sicherheit und Wartung

    Gasanlagen in Wohnmobilen unterliegen in Deutschland der DVGW-Norm. Eine Gasprüfung (§ 12 DVGWG)inkl. Dichtheitsprüfung sollte alle zwei Jahre durch einen zugelassenen Fachbetrieb erfolgen. Pflicht sind außerdem ein CO-Melder (Kohlenmonoxid-Warner) sowie ein Gaswarner für brennbare Gase – beide sollten zertifiziert und funktionsfähig sein. Schläuche, Druckminderer und Verschraubungen sollten regelmäßig auf Verschleiß kontrolliert werden.

    Auf Fähren und in Tunneln muss die Gaszufuhr abgesperrt werden. Beachten Sie die jeweiligen Vorschriften – einige Fährgesellschaften verlangen das vollständige Schließen der Hauptabsperrventile.

    Dieselheizung: Wartung und Tipps

    Dieselheizungen sollten laut Herstellerangaben alle 1–2 Jahre gewartet werden, je nach Betriebsstunden. Wichtigste Maßnahme: Düsenreinigung und Überprüfung der Glühkerze. Wer die Heizung über den Sommer nicht nutzt, sollte sie vor dem ersten Wintereinsatz kurz laufen lassen und auf Fehler prüfen. Ein CO-Melder ist auch hier empfehlenswert.

    Elektro-Heizung: Sicherheitshinweise

    Elektrische Geräte im Wohnmobil müssen über einen FI-Schutzschalter (RCD) im Stromkreis abgesichert sein. Verwenden Sie ausschließlich für den Camping-Betrieb zugelassene Heizlüfter und Konvektoren, und betreiben Sie nie mehrere Hochleistungsverbraucher gleichzeitig an einer Landstromsäule ohne Kenntnis der maximalen Absicherung (meist 16 A).

    Allgemeine Sicherheitsregeln

    • CO-Melder im Wohn- und Schlafbereich – jährlich testen
    • Heizung nie im geschlossenen Fahrzeug ohne ausreichende Belüftung betreiben
    • Abgasrohre regelmäßig auf Blockaden prüfen (Schnee, Insektennester)
    • Bei Gas: Haupthahn nach Gebrauch schließen
    • Wartungsintervalle des Herstellers einhalten

    Weitere Zubehörempfehlungen für eine sichere Heizungsinstallation finden Sie in unserem Zubehör-Bereich.

    Bekannte Hersteller und Modelle

    Diese Marken dominieren den Wohnmobil-Heizungsmarkt – mit bewährter Technik und breitem Servicenetz.

    🔶

    Truma

    Marktführer im Gasbereich. Die Combi-Serie (Combi 4, Combi 6) ist in Millionen Fahrzeugen verbaut. iNet-Box ermöglicht Smartphone-Steuerung. Zuverlässig und gut vernetzt.

    🔷

    Webasto

    Führend bei Diesel-Standheizungen. Thermo Top Evo und Air Top Evo 40/55 sind bekannte Modelle für Warmwasser- und Luftheizung. Auch Kombilösungen erhältlich.

    🔸

    Eberspächer

    Starke Konkurrenz zu Webasto. Die Airtronic-Reihe und Hydronic-Heizungen (Warmwasser) sind robust und weit verbreitet. Gutes Werkstattnetz in Deutschland.

    🔹

    Alde

    Schwedischer Hersteller für Warmwasserheizungen. Alde Compact 3020 gilt als Komfort-Benchmark – leise, gleichmäßige Wärme, ideal für Fußbodenheizung. Oft in skandinavischen Fahrzeugen verbaut.

    Beim Kauf eines Gebrauchtwohnmobils lohnt es sich, das Heizungsmodell und Baujahr zu notieren und beim Fachhändler oder direkt beim Hersteller nach Ersatzteilversorgung und Serviceintervallen zu fragen. Mehr dazu in unserer Technik & Ausstattung-Rubrik.

    Häufige Fragen zur Wohnmobil-Heizung (FAQ)

    Die wichtigsten Antworten rund um Heizung, Verbrauch und Wintertauglichkeit.

    Welche Wohnmobil-Heizung ist am günstigsten im Betrieb?

    Das hängt stark von den aktuellen Energiepreisen ab. Als grobe Orientierung: Gasheizungen und Dieselheizungen liegen bei den laufenden Kosten oft gleichauf (ca. 0,30–0,90 € pro Stunde), während Elektroheizungen auf Stellplätzen mit günstigem Landstrom ähnlich abschneiden können. Der entscheidende Vorteil der Dieselheizung ist die Unabhängigkeit von Gasflaschen – der Kraftstoff ist immer im Tank vorhanden.

    Kann ich eine Dieselheizung in ein bestehendes Gasheizungs-Wohnmobil nachrüsten?

    Ja, das ist grundsätzlich möglich. Eine Nachrüstung erfordert die Verlegung einer Kraftstoffentnahmeleitung aus dem Fahrzeugtank, einen geeigneten Einbauort für das Heizgerät und fachgerechte Montage. Die Kosten für Material und Einbau liegen als Richtwert bei ca. 1.500–3.000 €. Lassen Sie den Einbau immer von einem zertifizierten Fachbetrieb durchführen.

    Wie oft muss die Gasheizung im Wohnmobil gewartet werden?

    Gemäß DVGW-Vorschriften und Herstellerempfehlungen (z. B. Truma) sollte die Gasheizung einschließlich der gesamten Gasanlage alle zwei Jahre von einem Fachbetrieb geprüft werden. Ergänzend empfiehlt sich eine Sichtprüfung am Saisonbeginn: Schläuche auf Risse, Düsen auf Verschmutzung, CO-Melder auf Funktion testen.

    Reicht eine Elektroheizung als einzige Heizung im Wohnmobil?

    Nur dann, wenn Sie ausschließlich auf Stellplätzen mit stabiler 230-V-Versorgung übernachten. Für freies Stehen, Wildcampen oder Reisen ohne garantierten Landstromanschluss ist ein Elektro-Zuheizer allein nicht ausreichend. Er eignet sich hervorragend als Ergänzung zur Hauptheizung, um Energie zu sparen, wenn Landstrom verfügbar ist.

    Was ist der Unterschied zwischen Luftheizung und Warmwasserheizung im Wohnmobil?

    Eine Luftheizung erwärmt Luft direkt und verteilt sie über Ausströmschächte im Fahrzeug – schnell, leicht und günstig. Eine Warmwasserheizung erhitzt einen Wasserkreislauf (wie eine Zentralheizung zuhause), der Heizkörper und Fußbodenheizung speist. Warmwasserheizungen sind leiser und wärmen gleichmäßiger, aber schwerer und aufwendiger im Einbau. Für längere Reisen und größere Fahrzeuge ist oft die Warmwasserheizung die komfortablere Wahl.

    Noch unsicher, welche Heizung zu Ihrem Wohnmobil passt?

    Unser Team berät Sie unabhängig – zu Gas, Diesel, Elektro, Nachrüstung und Winterausstattung. Sprechen Sie uns an und finden Sie die optimale Lösung für Ihre Reisepläne. Weitere Kauftipps finden Sie auch in unserer Kaufberatung und im Bereich Technik & Ausstattung.

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  • Solaranlage fürs Wohnmobil: Größe, Kosten & Einbau

    Solaranlage fürs Wohnmobil: Größe, Kosten & Einbau

    Technik & Ausstattung

    Wohnmobil Solaranlage: Größe, Kosten & Einbau

    Eine Wohnmobil Solaranlage macht echtes autarkes Reisen möglich – kein Campingplatz-Strom, keine Lärm-Aggregate. Wir erklären, welche Komponenten zusammenspielen, wie Sie die richtige Leistung berechnen und worauf es beim Einbau ankommt.

    Unabhängig & herstellerneutral Praxisnahe Richtwerte Einbau-Tipps von Profis

    Wohnmobil Solaranlage: Warum autark fahren so attraktiv ist

    Wer im Wohnmobil reist, möchte frei sein – freie Stellplatzwahl auf Wiesen, Berghängen oder am Meer, ohne Anschlusskasten in der Nähe. Genau hier spielt eine Wohnmobil Solaranlage ihre Stärken aus. Solange die Sonne scheint, produziert das Dachmodul still und kostenfrei Gleichstrom, der über den Laderegler in die Aufbaubatterie fließt. Im Gegensatz zu einem Lichtmaschinenlader ist dabei kein laufender Motor nötig – ideal für längere Standzeiten.

    Hinzu kommt der wirtschaftliche Aspekt: Eine Solaranlage amortisiert sich durch gesparte Stromgebühren auf Campingplätzen und entfallende Generatorkosten in der Regel innerhalb weniger Jahre. Außerdem schonen sanfte Solarlade-Ströme die Batterie spürbar, was deren Lebensdauer verlängern kann.

    Lesen Sie dazu auch unseren Überblick zum Thema autark stehen im Wohnmobil, der alle Stromquellen vergleicht.

    Die vier Kernkomponenten einer Wohnmobil-Solaranlage

    Jede Anlage besteht aus Modul, Laderegler, Verkabelung und Batterie – alle vier müssen aufeinander abgestimmt sein.

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    Solarmodul: Monokristallin vs. Flexibel

    Monokristalline Hartmodule liefern den besten Wirkungsgrad (19–22 %) und sind langlebig (25+ Jahre). Sie eignen sich für flache Dächer ohne Rundungen. Flexible Dünnschicht- oder semi-flexible Module lassen sich auf gewölbten Dächern montieren, wiegen weniger und liegen flacher, büßen aber etwas Effizienz ein (14–18 %). Für die meisten Kastenwagen und Teilintegrierten sind Hartmodule erste Wahl; für Alkoven oder gewölbte Dächer kommen flexible Panels in Frage.

    Laderegler: MPPT vs. PWM

    MPPT-Regler (Maximum Power Point Tracking) optimieren laufend den Arbeitspunkt des Moduls und holen bis zu 30 % mehr Energie heraus als PWM – besonders bei teilbeschatteten Modulen oder wenn Modulspannung und Batteriespannung stark voneinander abweichen. PWM-Regler sind günstiger, aber bei modernen Lithium-Batterien und Hochvolt-Modulen deutlich weniger effizient. Für Anlagen ab ca. 100 Wp und Lithium-Systemen ist MPPT fast immer die bessere Wahl.

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    Verkabelung & Absicherung

    Die Kabelquerschnitte müssen zum Strom passen: Faustregel mindestens 6 mm² für Kurzstrecken zwischen Modul und Regler, 10–16 mm² bei längeren Leitungswegen oder höheren Strömen. Alle Leitungen brauchen Sicherungen möglichst nah an der Batterie. Auf dem Dach empfehlen sich UV-beständige Solarkabel (Querschnitt 4–6 mm²) und wetterfeste MC4-Stecker. Sorgfältige Kabelführung verhindert Wassereinbrüche und Brandrisiken.

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    Batterie als Energiespeicher

    Die Solaranlage lädt die Aufbaubatterie – ob AGM, Gel oder Lithium spielt eine entscheidende Rolle für nutzbare Kapazität und Ladeverhalten. Lithium-Batterien (LiFePO4) vertragen tiefere Entladungen und nehmen höhere Ladeströme auf, was die Solarnutzung optimiert. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber Lithium vs. AGM im Wohnmobil.

    Wohnmobil Solaranlage dimensionieren: Wie viel Watt brauche ich?

    Die goldene Regel: Solarleistung (Wp) ≥ täglicher Verbrauch (Wh) ÷ durchschnittliche Sonnenstunden. Im deutschen Sommer liefern gut ausgerichtete Module etwa 4–5 Volllaststunden täglich, im Winter nur 1–2 Stunden. Daraus ergeben sich sehr unterschiedliche Auslegungsszenarien.

    Beispielrechnung als Richtwert

    Angenommen, ein typisches Reisepaar verbraucht täglich (Richtwerte):

    • Kühlschrank 12 V (50 W, 8 h Laufzeit): ca. 400 Wh
    • LED-Beleuchtung (20 W, 4 h): ca. 80 Wh
    • Smartphones, Tablet laden: ca. 60 Wh
    • Wasserpumpe, Lüfter, Sonstiges: ca. 60 Wh
    • Gesamt: ca. 600 Wh/Tag

    Bei 4 Sonnenstunden im Sommer ergibt sich: 600 Wh ÷ 4 h = 150 Wp benötigte Modulleistung (netto). Mit einem Systemwirkungsgrad von ca. 80 % (Leitungsverluste, Regler) sollte man mindestens 180–200 Wp installieren. Für eine Reserve und Winternutzung empfehlen sich 300–400 Wp.

    Dimensionierungstabelle (Richtwerte)

    Verbrauch/Tag Empfohlene Modulleistung (Sommer) Empfohlene Modulleistung (ganzjährig) Typische Batteriekapazität
    bis 300 Wh 100 Wp 200 Wp 80–100 Ah (AGM) / 60 Ah (LiFePO4)
    300–600 Wh 150–200 Wp 300–350 Wp 120–150 Ah (AGM) / 100 Ah (LiFePO4)
    600–1.000 Wh 250–300 Wp 400–500 Wp 200 Ah (AGM) / 150 Ah (LiFePO4)
    über 1.000 Wh 400+ Wp 600+ Wp 300+ Ah (AGM) / 200+ Ah (LiFePO4)

    Alle Werte sind Richtwerte und dienen der Orientierung. Die tatsächlichen Werte hängen von Standort, Jahreszeit, Dachfläche, Verschattung und individuellem Verbrauchsverhalten ab.

    Solarertrag: Sommer vs. Winter im Wohnmobil

    Der größte Unterschied zwischen einer Solaranlage im Sommer und im Winter liegt nicht in der Moduleffizienz, sondern in der Sonnenscheindauer und dem Sonnenstand. Im Hochsommer (Juni–August) stehen Module in Süddeutschland unter idealen Bedingungen und können täglich 4–5 Volllaststunden erreichen. Im Dezember und Januar sind es oft nur 1–1,5 Stunden.

    Das bedeutet: Wer ganzjährig solar autark reisen möchte, muss die Anlage konsequent auf den Winter auslegen – oder ergänzende Quellen (Lichtmaschine, Landstrom, Generator) einplanen. Eine weitere Option sind sogenannte Solarkissen oder anklappbare Zusatzpanels, die temporär mehr Fläche bieten.

    Im Winter lohnt sich außerdem die Ausrichtung des Fahrzeugs: Wenn möglich, das Dach Richtung Süden ausrichten und Verschattungen durch Bäume oder Gebäude meiden. Selbst ein kleiner Schatten auf einem Modul kann bei Reihenschaltung den Ertrag deutlich reduzieren – Bypass-Dioden oder MPPT-Regler mit Teilschatten-Optimierung helfen hier.

    Mehr Tipps zur ganzjährigen Stromversorgung finden Sie in unserem Artikel autark stehen im Wohnmobil.

    Einbau: Selbst montieren oder Werkstatt?

    Die Entscheidung hängt von handwerklichem Geschick, Werkzeug und Zeit ab.

    Planung & Dachvermessung

    Dachfläche ausmessen, Hindernisse (Dachfenster, Lüfter, Antennen) einzeichnen, Module virtuell anordnen. Kabelweg und Einstieg durch das Dach festlegen.

    Durchführung & Dichtung

    Kabeldurchführung bohren, Kabelverschraubung einsetzen und mit Dichtmasse (z. B. Sikaflex) wasserdicht abdichten. Kabelverschraubungen immer schräg setzen, damit Wasser ablaufen kann.

    Module befestigen

    Montageschienen mit Schrauben oder Kleber (z. B. VHB-Klebeband) befestigen. Hartmodule auf Aluprofilen verschrauben. Flexible Module mit Klebstoff auf sauberem, trockenem Dach fixieren.

    Regler & Batterie anschließen

    Laderegler im Innenraum montieren, Kabel von Dach und Batterie anschließen – zuerst Batterie, dann Modul. Sicherungen einsetzen, Regler konfigurieren (Batterietyp wählen).

    Selbsteinbau vs. Werkstatt: Vor- und Nachteile

    • Selbsteinbau: Kostenersparnis von ca. 300–800 € Arbeitskosten (Richtwert), volle Kontrolle über Komponenten und Ausführung. Erfordert handwerkliches Geschick, Grundkenntnisse in 12-V-Elektrik und Geduld.
    • Werkstatteinbau: Garantie auf die Arbeit, Abnahme durch Fachbetrieb (wichtig für Versicherung und TÜV), kein Risiko für Dachundichtigkeiten. Mehrkosten von ca. 400–1.000 € je nach Aufwand sind als Richtwert einzukalkulieren.

    Für Einsteiger ohne Erfahrung in Fahrzeugelektrik empfehlen wir den Werkstatteinbau oder zumindest die Kontrolle durch einen Fachmann. Fehler bei der Abdichtung können teuer werden. Unser Zubehör-Bereich listet passende Produkte und Anbieter.

    Kosten einer Wohnmobil-Solaranlage: Richtwerte 2026

    Die Gesamtkosten setzen sich aus Modulen, Laderegler, Kabel & Montagerahmen sowie ggf. Einbauarbeiten zusammen. Folgende Richtwerte geben eine Orientierung (Preise können je nach Marke, Händler und Zeitpunkt abweichen):

    Komponente Einstieg (Richtwert) Mittelklasse (Richtwert) Premium (Richtwert)
    Solarmodul (100 Wp mono) ab ca. 60 € ca. 80–120 € 120–180 €
    Solarmodul (200 Wp mono) ab ca. 100 € ca. 140–200 € 200–300 €
    MPPT-Laderegler (20 A) ab ca. 35 € ca. 60–100 € 120–250 €
    Kabel, Sicherungen, MC4 ca. 20–40 € ca. 40–80 € 80–150 €
    Montagerahmen/-schienen ca. 30–60 € ca. 60–120 € 120–250 €
    Einbau (Werkstatt) ca. 300 € ca. 500–700 € 700–1.200 €

    Ein komplettes 200-Wp-Starter-Set (Modul + MPPT-Regler + Kabel) gibt es ab ca. 180–250 € (Richtwert). Wer eine fertige Komplettlösung mit Einbau sucht, plant je nach Fahrzeugtyp und Leistung ca. 600–2.500 € ein (Richtwert).

    Weitere Informationen zu Ausstattungs- und Technikprodukten finden Sie in unserer Rubrik Technik & Ausstattung sowie im Kaufberatungs-Bereich.

    Pflege und Wartung der Solaranlage

    Solarmodule sind weitgehend wartungsfrei, profitieren aber von regelmäßiger Pflege:

    • Reinigung: Staub, Vogelkot und Laub reduzieren den Ertrag erheblich. Zwei- bis viermal jährlich mit klarem Wasser und einem weichen Schwamm reinigen – keine scharfen Reiniger, die die Schutzfolie angreifen.
    • Kabelkontrolle: Einmal jährlich alle Steckverbindungen auf Korrosion und festen Sitz prüfen, besonders die MC4-Verbinder auf dem Dach.
    • Regler-Check: Ladespannungen und Ladestrom im Auge behalten. Viele MPPT-Regler haben eine App oder ein Display, das Tages- und Monatserträge anzeigt.
    • Dachdurchführungen: Dichtmasse jährlich auf Risse prüfen. Bei Bedarf erneuern, bevor Feuchtigkeit eindringt.

    Häufige Fragen zur Wohnmobil Solaranlage

    Wie viel Watt Solar brauche ich für ein Wohnmobil?
    Das hängt von Ihrem Tagesverbrauch und der Reisezeit ab. Als Richtwert gilt: Für einen typischen Tagesverbrauch von 400–600 Wh (Kühlschrank, Licht, Ladegeräte) sind im Sommer mindestens 150–200 Wp empfehlenswert. Für ganzjährigen Betrieb oder höheren Komfort kalkulieren Sie 300–400 Wp ein. Eine individuelle Bedarfsrechnung ist immer die sicherste Methode.
    MPPT oder PWM – welcher Laderegler ist besser?
    Für moderne Anlagen mit Lithium-Batterie und Modulleistungen ab 100 Wp ist ein MPPT-Regler klar im Vorteil: Er holt bis zu 30 % mehr Energie heraus und ist bei variierenden Lichtverhältnissen und Teilbeschattung deutlich effizienter. PWM-Regler sind günstiger, aber nur bei kleinen Anlagen und einfachen Blei-Batterien sinnvoll.
    Kann ich die Solaranlage selbst einbauen?
    Ja, mit handwerklichem Geschick und Grundkenntnissen in 12-V-Elektrik ist der Selbsteinbau möglich und spart Arbeitskosten. Kritische Punkte sind die wasserdichte Dachdurchführung und korrekte Absicherung. Wer unsicher ist, sollte zumindest die Elektrik von einem Fachbetrieb abnehmen lassen, um Garantie und Versicherungsschutz nicht zu gefährden.
    Wie viel Strom liefert eine 200-Wp-Anlage im Winter?
    Im Winter (Dezember/Januar, Mitteleuropa) sind bei optimaler Ausrichtung und klarem Wetter etwa 1–2 Volllaststunden pro Tag realistisch – also ca. 200–400 Wh täglich als Richtwert. Bei Bewölkung kann der Ertrag auf unter 100 Wh fallen. Für winterliches autarkes Reisen empfiehlt sich daher eine größere Anlage (300–500 Wp) kombiniert mit einer leistungsstarken Lithium-Batterie.

    Persönliche Solar-Beratung für Ihr Wohnmobil

    Sie möchten die passende Solaranlage für Ihr Fahrzeug ermitteln – Leistung, Komponenten, Einbau? Unser Team hilft Ihnen bei der Dimensionierung und Planung. Kostenlose Erstberatung via Kontaktformular.

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